Aphasietherapie ist kein allgemeines Training, das in jeder Sprache gleich wirkt. Sie baut Sprache wieder auf — und zwar die Sprache, in der gearbeitet wird. Man übt das Finden von Wörtern, das Bilden von Sätzen, das Verstehen. Und die verlässlichen Fortschritte entstehen in genau der Sprache, in der geübt wird. Bei mehrsprachigen Menschen überträgt sich manches auf die andere Sprache, aber unzuverlässig und nur teilweise.
Für Ihren Angehörigen heißt das: Wenn das Deutsch zurückkehren soll — die Sprache, in der er sein ganzes Leben gedacht, geliebt und gearbeitet hat, die Sprache seiner Ehe, seiner Kinder, seiner Erinnerungen —, dann muss auf Deutsch geübt werden. Nicht ersatzweise auf Französisch oder Englisch. Auf Deutsch.
Und genau das gibt es am Wohnort nicht. Ein Logopäde in Genf, in London, in Dubai arbeitet auf Französisch, Englisch, Arabisch. Er kann das Deutsch Ihres Angehörigen nicht prüfen, nicht gezielt aufbauen, nicht mit ihm sprechen. Bestenfalls bliebe eine Therapie in einer fremden Sprache, mühsam über einen Dolmetscher und ohne die Verfahren, die für das Deutsche gemacht sind. Meist bleibt gar nichts.
Dazu kommen zwei Tatsachen, die den Ausfall so teuer machen. Erstens das Zeitfenster: In den ersten Wochen ist am meisten möglich, und Wirksamkeit ist gerade für intensive, häufige Therapie belegt. Wer in dieser Zeit auf einen deutschsprachigen Therapeuten wartet, den es vor Ort nie geben wird, verliert die wertvollsten Wochen. Zweitens der Bruch nach der Reha: Vielleicht war die erste Reha gut — in einer Klinik in Deutschland oder einer starken Klinik vor Ort. Aber dann kommt die Entlassung, und die ambulante Fortführung auf Deutsch, die jetzt über Monate tragen müsste, endet an der Sprachgrenze. „Bleiben Sie dran“, hat der Logopäde in der Reha gesagt. Zu Hause, im Ausland, macht auf Deutsch niemand weiter.
Erst da beginnt die eigentliche Strecke — und genau da steht die Familie allein. Das ist der Grund, warum Von Heimar existiert.