Ein Cochlea-Implantat oder ein Hörgerät und seine Anpassung sind medizinisch-technisch und sprachunabhängig. Die Operation, die Feineinstellung des Sprachprozessors, die audiologische Betreuung — all das lässt sich vor Ort machen, in vielen Ländern hervorragend, und man kann und soll es nicht über die Distanz ersetzen. Wer im Ausland eine gute CI-Klinik hat, ist bei der Technik gut aufgehoben.
Aber der eigentliche Lernweg lässt sich nicht auslagern — und er ist an die Sprache gebunden. Man lernt Hören und Sprechen nicht abstrakt, sondern an konkreten Lauten, Wörtern und Sätzen. Ein Kind lernt über sein Implantat genau die Sprache hören und bilden, die es umgibt und in der geübt wird. Findet die Hör-Sprach-Reha auf Spanisch, Englisch oder Französisch statt, lernt das Gehirn, diese Sprache zu hören, und das Kind entwickelt sein Sprechen in ihr — während das Deutsch, das Zuhause und Familie ist, ohne strukturierte Hör-Sprach-Förderung bleibt.
Das Bittere daran ist das Timing. Genau in dem kostbaren Zeitfenster, in dem das Hör- und Sprachzentrum reift und in dem jede Übung am meisten zählt, bekommt ein deutsches Kind im Ausland die Reha nur in der Landessprache. Das deutsche Hören kann nicht warten, bis die Familie irgendwann zurückkehrt. Und niemand stimmt den deutschen Reha-Weg über die Jahre mit der Anpassung des Sprachprozessors und der Entwicklung des Kindes ab — dabei muss genau diese Abstimmung eng sein.
Für einen spät ertaubten Erwachsenen gilt dasselbe in anderer Richtung: Er erlernt das Sprachverstehen in der Sprache wieder, die er kennt — Deutsch —, und auch dafür fehlt im Ausland der Partner. Genau diesen Teil liefert Von Heimar: die deutsche Hör-Sprach-Reha, die neben der CI-Klinik vor Ort herläuft, sich in ihre Anpassung einfügt und das deutsche Hören und Sprechen aufbaut. An der Seite der Klinik vor Ort, nie an ihrer Stelle.