Lese-Rechtschreib-Störung · Legasthenie

Eine Legasthenie steckt im Kind,
nicht in einer Sprache.
Im Ausland aber sieht sie aus wie „lernt noch die Landessprache".

Sprachtherapie und Sprachförderung. Auf Deutsch. Online, überall auf der Welt — damit die deutsche Schriftsprache nicht erst beim Schulwechsel zum Problem wird.

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Silberner Füller auf einem Diktatheft mit dicht beschriebenen Zeilen
Worum es geht

Kluge Kinder, die lesen und schreiben trotzdem nicht in den Griff bekommen.

Eine Lese-Rechtschreib-Störung — auch Legasthenie genannt — ist eine der häufigsten und am meisten missverstandenen Lernstörungen. Missverstanden vor allem deshalb, weil sie so gar nicht zum Kind zu passen scheint: Es ist normal begabt, oft sogar überdurchschnittlich, aufgeweckt und wissbegierig — und bekommt trotzdem das Lesen und Rechtschreiben nicht in den Griff.

Das ist kein Widerspruch, sondern das Kennzeichen. Eine Legasthenie hat nichts mit Intelligenz, mit Fleiß oder mit gutem oder schlechtem Unterricht zu tun. Sie betrifft ganz gezielt einen Bereich: die Umsetzung von gesprochener in geschriebene Sprache und zurück. Im Zentrum steht meist eine Schwäche in der phonologischen Bewusstheit — dem inneren Gehör für die Lautbausteine der Sprache, das man braucht, um Laute und Buchstaben verlässlich zu verbinden.

Betroffen sind etwa vier bis sieben von hundert Kindern, Jungen ungefähr doppelt so oft. Sie ist zum großen Teil erblich — in vielen Familien gibt es weitere Betroffene. Und sie ist beständig: Eine Legasthenie wächst sich nicht aus, sie bleibt ein Leben lang bestehen. Was sich ändern lässt, ist der Umgang mit ihr — je früher, desto besser.

Das Tückische ist, was sie anrichtet, wenn niemand sie erkennt. Kinder mit unerkannter Legasthenie strengen sich an und scheitern trotzdem, wieder und wieder. Daraus wachsen oft die eigentlichen Folgen: Schulangst, Vermeidung, ein bröckelnder Selbstwert. Bei einem deutschsprachigen Kind im Ausland kommt eine besondere Falle hinzu, die genau diese Erkennung verhindert.

Anzeichen

Manche Zeichen liegen schon vor der ersten Schulstunde.

Eine Legasthenie kündigt sich oft früher an, als man denkt — und zeigt sich später anders, je nachdem, in welcher Sprache das Kind schreiben lernt. Die folgenden Punkte sind Anhaltspunkte, kein Urteil.

01Frühe Vorläufer

Spät oder undeutlich gesprochen,
Reime und Laute schwer.
Frühere Sprech-Historie erhöht das Risiko.

Schon vor dem Lesenlernen gibt es Hinweise. Kinder, die früher spät oder undeutlich gesprochen haben, die mit Lauten und Reimen fremdeln, die sich Abfolgen schwer merken (Wochentage, Zahlenreihen) oder die einzelne Laute in Wörtern schwer heraushören, tragen ein erhöhtes Risiko. Wenn Ihr Kind früher eine Aussprache- oder Sprachauffälligkeit hatte, ist das ein Grund, beim Schriftspracherwerb genauer hinzusehen.

Mädchen am hellen Eichentisch schreibt konzentriert in ein Notizbuch, Hand einer Erwachsenen begleitend am Buch
Frühe Vorläufer · vor der Schule
Mädchen liest in einem aufgeschlagenen Buch am hellen Eichentisch, Hand einer Erwachsenen liegt begleitend auf dem Buch
In der Schulzeit · Lesen und Schreiben
02In der Schulzeit

Mühsam, langsam, stockend.
Dasselbe Wort jedes Mal anders falsch.
Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Das Lesen bleibt mühsam, langsam, stockend; Wörter werden geraten, verdreht, ausgelassen. Das Rechtschreiben folgt keiner Logik — dasselbe Wort wird im selben Text unterschiedlich falsch geschrieben. Das Kind verwechselt ähnliche Laute und Buchstaben, lässt Endungen weg, kämpft mit Abschreiben und Diktaten. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

03Was mitläuft

Bauchweh vor der Schule.
Tränen bei den Hausaufgaben.
Ein Kind, das sich für „dumm“ hält — obwohl es das Gegenteil ist.

Oft sieht man die Störung zuerst am Gefühl: Bauchweh vor der Schule, Ausreden vor dem Vorlesen, Tränen bei den Hausaufgaben, ein Kind, das sich für „dumm“ hält, obwohl es das Gegenteil ist. Diese Begleiterscheinungen sind meist Folge, nicht Ursache — und ein starker Grund, nicht länger zu warten.

Ruhige Lernsituation mit Buch und Heft, gedämpftes Tageslicht
Was mitläuft · das Gefühl
Ein Sonderfall, der im Ausland alles verkompliziert

Im Deutschen — einer sehr regelmäßigen Schriftsprache — zeigt sich eine Legasthenie oft nicht an groben Fehlern, sondern vor allem an langsamem, mühsamem Lesen. Das ist leicht zu übersehen. Im Englischen fällt dasselbe Kind viel deutlicher auf — nur schreibt man es dort der Sprache zu. Warum diese beiden Effekte zusammen fatal sind, steht im nächsten Abschnitt.

04Das eigentliche Problem

Zwei Tarnungen legen sich übereinander — und darunter tickt eine Uhr.

Eine Legasthenie steckt im Kind, nicht in einer Sprache. Ihr Ursprung liegt in der Verarbeitung von Lauten, und deshalb wirkt sie sich auf jede Schriftsprache aus, die das Kind lernt. Ein zweisprachiges Kind mit Legasthenie hat sie im Englischen und im Deutschen — die Forschung ist hier eindeutig. Man könnte also meinen, sie falle im Ausland früh auf. Das Gegenteil ist der Fall, aus zwei Gründen, die sich überlagern.

Die erste Tarnung liegt in der Schulsprache. Ihr Kind lernt Lesen und Schreiben auf Englisch oder Französisch — in einer Sprache, die es ohnehin erst erwirbt. Wenn es dabei strauchelt, hat jeder sofort die bequeme Erklärung parat: „Es lernt eben noch die Sprache.“ Die Legasthenie verschwindet hinter der Zweisprachigkeit. Man wartet, statt hinzuschauen.

Die zweite Tarnung liegt in der deutschen Sprache selbst. Deutsch ist eine sehr regelmäßige Schriftsprache — Laute und Buchstaben passen verlässlich zusammen. Das ist normalerweise ein Segen, hier aber ein Fluch: In einer so regelmäßigen Sprache zeigt sich eine Legasthenie nicht an auffälligen Fehlern, sondern vor allem an mühsamem, langsamem Lesen. Fachleute nennen die Legasthenie im Deutschen deshalb eine „versteckte“ Störung. Und diese versteckte deutsche Seite unterrichtet und prüft an einer englischen oder französischen Schule ohnehin niemand. Sie ist unsichtbar hinter unsichtbar.

So kommt es, dass ein kluges Kind mit einer echten Legasthenie jahrelang durch jedes Raster fällt: in der Schule als „noch am Sprachenlernen“ abgetan, im Deutschen von niemandem geprüft — und selbst wenn, kaum an groben Fehlern zu erkennen.

Und darunter tickt eine Uhr, die es bei kaum einem anderen Störungsbild so gibt. Denn irgendwann kommt der Moment, in dem die deutsche Schriftsprache plötzlich zählt: die Rückkehr an eine deutsche Schule, der Wechsel aufs Gymnasium, das Internat in der Schweiz, das deutsche Abitur. Dann muss das Kind auf Deutsch lesen, Aufsätze schreiben, Klausuren bestehen — und die jahrelang unerkannte Legasthenie schlägt auf einen Schlag durch, in genau dem Moment, in dem am meisten davon abhängt. Bis dahin ist ein großer Teil der wertvollsten Förderjahre verstrichen.

Erkennen und Fördern gehen nur auf Deutsch, mit deutschen Maßstäben. Am Wohnort gibt es das nicht.
Das ist der Grund, warum Von Heimar existiert.

Junge und Therapeutin am Eichentisch, Fenster mit mediterranem Garten, ruhige Lernsituation auf Deutsch
Auf Deutsch · Mit deutschen Maßstäben · Rechtzeitig
Junge am hellen Eichenschreibtisch am Fenster, schreibt konzentriert in ein Notizbuch, Bücher und Globus im Hintergrund
Wie wir arbeiten

Erst auf Deutsch prüfen, was wirklich los ist. Dann gezielt fördern.

Der erste Schritt bei einer vermuteten Legasthenie ist, sie auf Deutsch und mit den richtigen Maßstäben überhaupt sichtbar zu machen — denn genau das passiert am Wohnort nicht. Danach fördern wir dort, wo die Wurzel liegt.

Drei Schritte · Eine Person
01Deutsche Einschätzung

Deutsche Einschätzung — mit den richtigen Maßstäben sichtbar machen.

Wir schauen uns die deutsche Schriftsprache Ihres Kindes gezielt an — Lesen und Rechtschreiben, aber auch die Grundlage dahinter: das Heraushören von Lauten, das Verbinden von Laut und Buchstabe, die Lesegeschwindigkeit. Wir arbeiten mit Verfahren, die für das Deutsche gemacht sind, und mit dem Blick dafür, was bei einem mehrsprachigen Kind Zweisprachigkeit ist und was Störung. Am Ende wissen Sie, ob eine Legasthenie vorliegt und wo genau die Schwierigkeiten sitzen.

02An der Wurzel fördern

An der Wurzel fördern — kein Nachhilfeunterricht, sondern Fundament.

Legasthenie-Förderung ist kein Nachhilfeunterricht, der Schulstoff wiederholt. Sie setzt tiefer an: an der phonologischen Bewusstheit, an der verlässlichen Verbindung von Lauten und Buchstaben, an den Rechtschreibregeln des Deutschen — strukturiert, systematisch, in kleinen sicheren Schritten. So bauen wir das Fundament auf, auf dem Lesen und Schreiben erst tragen.

03Mit Blick auf das, was kommt

Mit Blick auf das, was kommt — Rückkehr, Gymnasium, Internat, Abitur.

Wir arbeiten mit dem Ziel vor Augen, das Ihre Familie hat — den Erhalt der deutschen Schriftsprache, die Vorbereitung auf eine Rückkehr, ein Gymnasium, ein Internat oder das Abitur. Dieselbe feste Therapeutin begleitet Ihr Kind über die Zeit und passt die Arbeit an, während es älter wird und die Anforderungen wachsen.

04Ehrlich gesagt

Einschätzung und Förderung — und offen zur formalen Diagnose für die Schule.

Ein ehrliches Wort zur Diagnose: Für schulische Nachteilsausgleiche — etwa an einer deutschen Schule — verlangt man oft eine formale Feststellung, die zusätzlich über eine psychologische Fachstelle läuft. Wir sagen Ihnen offen, wenn das in Ihrem Fall nötig ist, und helfen, sie zu organisieren. Unsere Arbeit ist die Einschätzung der deutschen Schriftsprache und die gezielte Förderung — nicht das Ausstellen jedes amtlichen Papiers.

Zwei Wege, ein Ziel

Regelmäßig online. Und in Intensivwochen, wenn ein Übergang naht.

Online — Kontinuität.

Legasthenie-Förderung lebt von Regelmäßigkeit über lange Zeit — Woche für Woche, verlässlich. Genau dafür ist das Online-Format gemacht: die Sitzung findet bei Ihnen zu Hause statt, in Ihrer Zeitzone, ohne Anfahrt, mit derselben Therapeutin. Das Kind übt an seiner deutschen Schriftsprache, während es an der fremdsprachigen Schule ganz normal weiterlernt. Kein Entweder-oder, sondern beides nebeneinander.

Intensiv vor Ort — Dichte.

Vor entscheidenden Übergängen ist ein konzentrierter Block wertvoll — vor der Rückkehr nach Deutschland, vor der Aufnahme an einem Gymnasium oder Internat, vor einer wichtigen Prüfung. Dann reist die Therapeutin, die Ihr Kind kennt, zu Ihnen — an den Genfersee, nach Singapur, nach Dubai. In dichter Folge lässt sich vieles festigen, was für den Übergang zählt. Danach hält die Online-Arbeit den Stand.

Weil eine Legasthenie beständig ist und nicht in wenigen Wochen verschwindet, ist die Kontinuität einer festen Begleitung über Jahre hier besonders wichtig — gerade für Familien, die mehrfach umziehen. Die Förderung reist mit, egal wohin. Und sie ist auf das Ziel ausgerichtet, das am Ende zählt: dass Ihr Kind auf Deutsch lesen und schreiben kann, wenn es darauf ankommt.

London · Acht Jahre
„Sie lernt ja noch Englisch“

Sie ist acht, lebt in London,
kämpft in der Schule mit Lesen und Schreiben.
Die Schule beruhigt seit zwei Jahren.

Die Schule beruhigt seit zwei Jahren: Das komme mit der Sprache. Nur passt das nicht zu einem Kind, das mündlich auf Deutsch und Englisch gewandt ist und trotzdem an der Schrift scheitert. Die Eltern ahnen, dass etwas anderes dahintersteckt — finden aber niemanden, der es auf Deutsch prüft.

Mädchen schreibt konzentriert in ein Notizbuch, Therapeutin sitzt gegenüber, mediterraner Garten hinter der Fensterfront
Ruhige Schulsituation an einer internationalen Schule, Tageslicht, aufgeräumter Arbeitsplatz
Dubai · Neun Jahre
Die unsichtbare deutsche Seite

Er ist neun, in Dubai,
an einer internationalen Schule.
Auf Englisch durchgemogelt — das Deutsch ein Trümmerfeld.

Auf Englisch hat er sich irgendwie durchgemogelt. Aber sein Deutsch-Schreiben — das zu Hause kaum jemand kontrolliert — ist ein Trümmerfeld, langsam und voller Fehler, ohne dass es je aufgefallen wäre. Erst als die Familie über eine Rückkehr nachdenkt, fragen sich die Eltern: Kann er in Deutschland überhaupt mithalten?

Genf · Elf Jahre
Der Countdown zum Übergang

Sie ist elf, in Genf,
soll in einem Jahr an ein Internat in der Schweiz.
Unterricht auf Deutsch, Aufsätze, Klausuren.

Jetzt zeigt sich, was jahrelang niemand geprüft hat: Ihre deutsche Schriftsprache liegt weit zurück. Die Zeit bis zum Übergang ist knapp, und es gibt vor Ort niemanden, der auf Deutsch gezielt fördert.

Internatsatmosphäre, ruhiges Tageslicht

Drei verschiedene Familien, dieselbe Lücke.
Die deutsche Schriftsprache wird am Wohnort weder geprüft noch gefördert — bis ein Übergang sie plötzlich unausweichlich macht. Von Heimar ist für alle drei da.

Mädchen und Therapeutin am hellen Eichentisch, Mädchen schreibt konzentriert in ein Notizbuch, ruhiges Tageslicht
Aus unserer ArbeitFamilien im AuslandDeutsch als Muttersprache
Was wir beobachten

Die Erleichterung, endlich einen Namen zu haben, ist bei diesen Kindern riesig.

Die Kinder, die mit einer Lese- und Schreibschwäche zu uns kommen, haben oft schon eine stille Überzeugung mitgebracht: dass sie dumm seien. Sie strengen sich an, sie scheitern trotzdem, und weil niemand ihnen erklärt hat, warum, ziehen sie den einzigen Schluss, der einem Kind naheliegt. Das ist das eigentliche Drama einer unerkannten Legasthenie — nicht die Fehler, sondern das, was sie mit dem Selbstbild machen.

Was wir beobachten: Der Moment, in dem ein Kind versteht, dass sein Gehirn Buchstaben nur anders verarbeitet und dass das nichts mit klug oder dumm zu tun hat, verändert oft mehr als jede Übung danach. Aus „Ich kann das nicht“ wird „Ich muss es anders lernen.“ Für die Eltern fällt zugleich ein jahrelanger Verdacht in sich zusammen, dass sie etwas übersehen oder falsch gemacht hätten.

Und wir beobachten, dass die Arbeit an der deutschen Schriftsprache Geduld braucht — eine Legasthenie verschwindet nicht, sie wird beherrschbar. Aber der Unterschied zwischen einem Kind, das an der Schrift verzweifelt, und einem Kind, das Werkzeuge hat und weiß, wie es lernt, ist gewaltig.

Diesen Weg im Ausland allein auf Deutsch zu finden, ist fast unmöglich.
Ihn rechtzeitig zu gehen, bevor ein Übergang drängt, ist genau das, wofür es Von Heimar gibt.

Häufig gefragt

Häufige Fragen
von Eltern im Ausland.

Der erste Schritt

Alles beginnt mit einem Gespräch.

20 bis 30 Minuten, per Video. Sie erzählen uns, wie Ihr Kind liest und schreibt, was Ihnen auffällt, in welchen Sprachen es zur Schule geht und was ansteht — vielleicht eine Rückkehr oder ein Schulwechsel. Wir hören zu und sagen Ihnen ehrlich, ob eine Einschätzung sinnvoll ist und wie Von Heimar helfen kann.

Erstgespräch — Einschätzung — Plan — Beginn.

Kein Rezept. Keine Wartezeit. Keine Anträge.