Die eigentliche Falle der Rückkehr ist eine Frage der Erwartung. Als die Familie ins Ausland ging, rechneten alle mit einer Eingewöhnungszeit — für das fremde Land, die fremde Sprache, die fremde Schule. Bei der Rückkehr ist es umgekehrt: Niemand erwartet Schwierigkeiten. Nicht die neue Schule, nicht die Gleichaltrigen, oft nicht einmal das Kind selbst. Denn es sieht aus und klingt wie ein deutsches Kind, es kommt schließlich „nach Hause“. Also müsste es sich doch von selbst einfügen.
Genau das tut es aber nicht ohne Weiteres. Nach Jahren in einer fremdsprachigen Schule ist das Deutsch des Kindes fürs Wohnzimmer bestens gerüstet und für Klassenraum und Pausenhof kaum trainiert. Ihm fehlen nicht die Sprache, sondern bestimmte Register: das akademische Deutsch, das Fachvokabular, die soziale Sprache der Gleichaltrigen. Das ist keine Schwäche, sondern die schlichte Folge davon, dass diese Register anderswo, in einer anderen Sprache, gelebt wurden.
Und hier wird die Erwartungs-Diskrepanz zum eigentlichen Problem. Bei einem sichtbaren Neuankömmling aus dem Ausland ist jeder nachsichtig; man hilft, man wartet ab, man rechnet mit Anlauf. Einem Kind, das deutsch wirkt, gesteht man diesen Anlauf nicht zu — seine Lücke wird weder bemerkt noch verziehen, sondern als Eigenart missdeutet: als schüchtern, als eigenbrötlerisch, als „schwierig“. Das Kind spürt das und zieht sich, um keinen Fehler zu machen, lieber zurück. So wird aus einer unsichtbaren Sprachlücke ein sichtbarer Rückzug — und ein schwerer Start, der lange nachwirkt.
Deshalb lohnt es sich, das Deutsch rund um die Rückkehr vorzubereiten, statt zu hoffen, dass sich alles von selbst gibt. Das ist eine zutiefst deutsche Aufgabe: das akademische, das fachliche und das soziale deutsche Register bereitzumachen — und das kann nur jemand, der das Deutsche native beherrscht und das deutsche Schul- und Jugendmilieu kennt. Genau dafür gibt es Von Heimar: damit aus einem harten, stillen Wiedereinstieg eine weiche Landung wird — ehrlich als das, was es ist, die sprachliche Vorbereitung, nicht das ganze Ankommen.