Hier liegt der Unterschied, den fast niemand kennt — und der über Jahre entscheidet.
Eine Sprachentwicklungsstörung ist nicht an eine Sprache gebunden. Sie liegt im Kind, nicht im Deutschen oder im Englischen. Deshalb zeigt sie sich, wenn sie vorliegt, in allen Sprachen des Kindes. Das ist der zentrale Befund der Forschung — und zugleich der Schlüssel: Ein Kind, das nur im Deutschen schwächelt, weil zu Hause zu wenig Deutsch gesprochen wird, hat keine Störung. Ein Kind, das in beiden Sprachen an dieselben Grenzen stößt, sehr wohl.
Um das zu erkennen, muss jemand beide Seiten beurteilen können — und die deutsche mit den richtigen Maßstäben. Genau das passiert im Ausland nicht.
Der Logopäde in Genf, in London, in Dubai testet auf Französisch, Englisch, Arabisch. Er misst das Kind an den Normen seiner eigenen Sprache. Und dort gibt es nur zwei mögliche Fehler — und beide passieren ständig:
Der eine: Die Störung wird übersehen. Das Kind spricht die Landessprache noch nicht flüssig — also wirkt alles wie normale Mehrsprachigkeit. „Geben Sie ihm Zeit." Die echte Störung, die im Deutschen genauso da ist, bleibt unbehandelt. Jahre vergehen. Das kritische Zeitfenster schließt sich.
Der andere: Ein völlig gesundes mehrsprachiges Kind wird für gestört gehalten — weil seine Zweitsprache hinterherhinkt, was normal ist. Es bekommt einen Stempel, den es nicht verdient.
Wie oft das schiefgeht, ist untersucht: Werden mehrsprachige Kinder an einsprachigen Normen gemessen, liegen die Fehldiagnoseraten bei bis zu fünfzig Prozent. An einer spezialisierten Universitätsambulanz hatte etwa die Hälfte der Kinder, die mit dem Verdacht kamen, am Ende gar keine klinisch relevante Störung. In beide Richtungen wird geirrt — und Ihr Kind steht mittendrin.
Die eine Einschätzung, die Klarheit bringt, gibt es an Ihrem Wohnort nicht.
Das ist keine Randlücke. Das ist der Grund, warum Von Heimar existiert.